Lernen durch Lehren (LdL)

Ich bin auf eine interessante Form des Lernens aufmerksam geworden: Lernen durch Lehren. Ein Auszug aus dem entsprechenden Wikipedia-Artikel:

Lernen durch Lehren ist eine handlungsorientierte Unterrichtsmethode, in der Schüler lernen, indem sie sich den Stoff gegenseitig unterrichten. Es kann in allen Fächern, Schultypen und Altersstufen eingesetzt werden. Auch wenn der Begriff gelegentlich für das klassenübergreifende Unterrichten von jüngeren Schülern durch ältere benutzt wird, hat sich in der Fachwelt der Terminus “Lernen durch Lehren” (LdL) für gegenseitiges Lehren innerhalb eines Klassenverbandes etabliert. In Deutschland ist Lernen durch Lehren in seiner modernen Form mit dem Namen Jean-Pol Martin verbunden, der LdL als pädagogisches Gesamtkonzept entwickelt und mit Hilfe eines Kontaktnetzes verbreitet hat.

In meinem letzten Artikel war ich auf die Verwendung von Web2.0 in der Schule eingegangen, wobei ich mich auf Blog-Artikel von Jean-Pol Martin bezogen hatte. Als Problematisch bei der Verwendung von Web2.0-Werkzeugen stellte sich heraus, dass sie teilweise zu Ablenkung verführen und bei Motivation von Außen (d.h. durch eine Lehrer-Autorität) die Begeisterung auch leicht abnehmen kann.

In einem weiteren Artikel ergibt sich nun folgerichtig die Erkenntnis, dass, je mehr Eigenverantwortung Schüler bei der Wissensrecherche tragen, auch die Motivation zur Tätigkeit steigt. Das heißt: Reines Wiedergeben von Unterrichtsinhalten ist langweilig. Selbst nach dem Wissen zu forschen, ist spannend.

Die Gesamt-Folgerung lautet nun: Web2.0-Werkzeuge sind als Mittel für die Unterrichtsmethode “Lernen durch Lehren” sehr geeignet. Es kommt aber wohl darauf an, wieviel eigenen Spielraum man den lehrenden Schülern dabei gibt. Womit sich zeigt: LdL, Web2.0 und Montessori-Pädagogik passen offenbar sehr gut zusammen. Vielleicht kann man allgemein einen Bezug vom Web2.0 zur Reformpädagogik sehen.

Nun noch der Bezug zu unserem Web2.0-Wissens-Werkzeug (WWW) ediscio.de: Eignet sich ediscio.de für die Methode LdL? Ich aus meiner Laienperspektive würde sagen: Ja, klar. Eigentlich sogar besonders gut. Man widerspreche mir, wenn ich falsch liege. Aber ich sehen das so:

  1. Auf ediscio.de erarbeitetes Wissen wird nicht nur zur weiteren Recherche verwendet (wie etwa bei Wikis oder Blogs), sondern direkt in den aktiven Lernprozess miteinbezogen.
  2. Lernkarteien können so konfiguriert werden, dass entweder nur bestimmte Person(en) Lernkarten bearbeiten und/oder hinzufügen können, oder alle Beteiligten => Vorgehensweise kann nach Bedarf angepasst werden
  3. “Lehren” bedeutet für mich immer auch Auseinandersetzung und Kommunikation. Hier ist auch dies nicht nur in der Erarbeitung des Lernmaterials möglich, sondern wird direkt im (regelmäßigen) Lernprozess miteinbezogen (z.B. durch die Notiz-Funktion, die in der gesamten Lerngruppe geteilt wird und im Abfrage-Modus miteinbezogen wird).
  4. Der Lernerfolg und die Motivation des Arbeitens mit ediscio.de wird durch Verhalten gemäß der Neuronenmetapher verstärkt.

Mich würde interessieren, ob LdL tatsächlich in der Praxis mit Hilfe von ediscio.de verwirklicht wird bzw. werden könnte. Klar, wer auf ediscio.de eine Lernkartei anlegt und dabei berücksichtigt, dass auch andere Personen ihre Inhalte verstehen und nutzen können sollte, lernt dabei bestimmt auch selbst eine Menge dazu – insofern wird LdL bereits prinzipiell verwirklicht.

Die Frage lautet: Eignet sich ediscio.de für die eigenmotivierte Nutzung und als Sammelpunkt selbst recherchierten Wissens, bzw. kann es im Unterricht als Wissens-Pool und Lern-Tool eingesetzt werden?

Schlagworte: , ,

Kommentieren